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  Kingman Airport AZ
und (Las Vegas, McCarran Int. Airport, NV)
 
  “Trauriges Ende auf dem Flugzeugfriedhof” August 1993 & 1996  
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Text:

Andy Herzog

Pictures:

Andy Herzog

Google Maps Position
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Kingman (Air Field) Airport ist der lokale Flughafen der Kleinstadt Kingman im Bezirk Mohave, Arizona und liegt gut acht Meilen nordöstlich der Stadt an dem der weltbekannten Highway-Route 66, zwischen Las Vegas und Phoenix, vorbeiführt. (Siehe Map)

Nur eine kleine Zubringer Fluggesellschaft (Great Lakes Airlines) verbindet heute noch die Kleinstadt täglich mit ein paar Grossstädten wie Las Vegas. Kingman Airport ist jedoch auch „Parkplatz & Friedhof“ für nicht mehr gebrauchte Zivilflugzeuge, die von den Airlines dort abgestellt, verkauft oder eben zum Schluss verschrottet werden.

(Neben diesem Foto-Report finden sie am Ende dieser Reportage auch noch einige Bilder von „eingemotteten“ Airlinern auf dem McCarran Intern. Airport in Las Vegas, Nevada)

Kingman (Air Field) erlebte in den 40er bis 50er Jahren des letzten Jahrhunderts auch „glorreiche“ Zeiten und war weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Hier beginnt die Story der „goldenen Jahre“

Kingman Airport Terminal, Arizona (Photo courtesy Andy Herzog) Boeing 727-224, N88703 ex Continental und B737-200, N73714 ex Aloha Airlines (Photo courtesy Andy Herzog) Boeing 747-200, N531AW, ex America West. (Photo courtesy Andy Herzog) Boeing 747-200, N531AW, ex America West (Photo courtesy Andy Herzog)
Boeing 727-224, N88711, ex Continental (Photo courtesy Andy Herzog) Fairchild C-123 Provider, Owner and Company unknown (Photo courtesy Andy Herzog) Douglas DC4 (C-54G Skymaster), N51802, Private owned by Jim Blumenthal (Photo courtesy Andy Herzog) BAe-3101-Jetstream 31, N642JX, ex Reno Air Express  (Photo courtesy Andy Herzog)
   

Geschichte

Kingman Air Field wurde Anfang der 40er Jahre, nach dem Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg, von der United States Army Air Force gebaut. 1942 wurde Kingman Airfield einer der bedeutendsten Ausbildungsstützpunkte für Bomber-Bordschützen in den Vereinigten Staaten.
Zusätzlich zu den bestehenden Gebäuden und Pisten auf Kingman wurden, rund um den Stützpunkt, sogenannte Notfall- und Ausbildungslandebahnen gebaut, namentlich bei Red Lake (17 Meilen nordöstlich von Kingman) und in der Nähe von Topock und bei Yucca.

Bordschützen Ausbildung
Kingman jedoch war die Heimatbasis des „460th AAF Base Unit“. Weitere Einheiten folgten in den kommenden Wochen /Monaten nach Kingman:

  • 1120th Flexible Gunnery Training
  • 1121th Flexible Gunnery Training
  • 1122th Flexible Gunnery Training
  • 1123th Flexible Gunnery Training und die
  • 334th Aviation Squadron

Im Mai 1943 erhielt Kingman die offizielle Bezeichnung: „Kingman Army Air Field“.In den darauffolgenden Monaten wuchs die Basis stetig und neue Ausbildungseinheiten stiessen nach Kingman, oder wurden zusammengelegt, wie folgt:

  • Aus der 1120th Einheit und der 328th Einheit wurde die 328th Flexible Gunnery Training Group
  • Aus der 1122th Einheit und der 538th Einheit wurde die 1123th Flexible Gunnery Training Group
  • Aus der 1121th Einheit wurde die 329th Einheit
  • Zusätzlich kamen neu zur Kingman Basis die 536th Einheit und die
  • 760th Einheit (Flexible Gunnery Training Group)

Einmalig war jedoch die Spezial Einheit der 31st Altidude Einheit, für Einsätze in großen Höhen, wie sie gegen Ende des 2. Weltkrieges bei den Flächenbombardements über Nazi-Deutschland u.a. mit Boeing B-17 „Flying Fortress“ geflogen wurden.

Im April 1944 wurden sämtliche Trainingseinheiten dem 3018th Army Air Force Unit unterstellt. Alle bisher bestehenden Trainingseinheiten waren somit unter dem Kommando der 3018th Einheit und wurden von dort koordiniert.

Nach dem 2. Weltkrieg war der Bedarf an einer Gunnery Training Einheit in den Vereinigten Staaten nicht mehr gegeben. Also was wird getan mit den tausenden von Flugzeugen die von der Front in die Heimat zurückkehrten? Keine leichte Entscheidung für die Verantwortlichen!

WW II „Einmotten“ der Flugzeuge
Nach dem 2. Weltkrieg wurde eine Finanz & Rekonstruktions-Firma damit beauftragt fünf große Lagergstätten, Verkaufs- und Abwrackgelände zu rekognoszieren, diese verteilt über die ganzen Vereinigten Staaten.

Hawaiian Douglas DC-8-62 (Photo courtesy Andy Herzog)

Folgende Orte wurden evaluiert:

Albuquerque, New Mexico
Altus, Oklahoma
Kingman, Arizona
Ontario, California … und
Walnut Ridge, Arkansas

Als sechster Ort kam noch Clinton, Oklahoma dazu. Dieser Ort war verantwortlich für alle NAVY & MARINES Flugzeuge aus dem Krieg. Laut unbestätigten Angaben wurden gegen 150‘000 Jagdflugzeuge, Bomber und Transporter von der Front in Europa und dem Pazifik in die Heimat zurück geflogen. Hauptanliegen war es, den größten Teil dieser Flugzeuge einzulagern und zu erhalten. 

Im Sommer 1945 gab es 30 Lagerungs-Betriebe und gut 23 Verkaufs-Zentren

die im Einsatz waren. Gegen Ende 1945 wurden gegen 117‘210 Flugzeuge für den Verkauf oder zur Einlagerung registriert. In den Jahren 1945 bis 1947 reduzierte sich die Anzahl der gelagerten Flugzeuge um 61‘600.

Davon wurden 34‘700 verkauft und gelangten für die zivile und militärische Aufgaben wieder in die Luft. Gut 26‘900 Flugzeuge, vorwiegend

Kampfflugzeuge für die keine Verwendung mehr bestand, wurden zur Verschrottung an Metallhändler freigegeben und verkauft. Laut bestätigten Angaben sind in dieser Zeit auch gegen 10‘000 Kriegsflugzeuge nach Kingman Air Field zur Lagerung, Verkauf oder Verschrottung, überflogen worden!

Weitere Angaben bestätigen, dass gegen 100 Bomber des Typs Convair B-32 Dominator nach Kingman zur Lagerung überführt wurden. Viele dieser Bomber kamen direkt aus den Fabrikhallen nach Kingman Air Field. (Gesamthaft wurden 118 Convair B-32 Dominator gebaut). Unzählige der Trainings- und Transportflugzeuge wurden später im zivilen Bereich der Luftfahrt dringend benötigt und zu Stückpreisen von ca. $875 bis $2‘400 an Unternehmen und Private verkauft.

Die Preise zum Erwerb eines solchen Flugzeuges bewegten sich wie folgt:

Vultee BT-13 Valiant $     450
Lockheed P-38 Lightning $   1’250
North American AT-26 Texan $   1’500
Douglas A-26 Invader $   2’000
North American P-51 Mustang $   3’500
North American B-25 Mitchell $   8’500
Boeing B-17 “Flying Fortress $ 13’750
Consolidated B-24 Liberator $ 13’750
Convair B-32 Dominator $ 32’500

Viele dieser Flugzeuge wurden von Schulen oder gemeinnützigen Institutionen der Gemeinden zu einem minimal Preis als Andenken und Ehrung der gefallenen Soldaten erworben. Aufsehen erregte wohl eine Gruppe von amerikanischen Pfadfindern (Boy Scout’s) die eine Boeing B-17 „Flying Fortress“ für ca. $350 erwarben! Die Frage bleibt wohl offen wie diese Jungs die Maschine abtransportierten und wo sie diese aufstellen wollten.

Der sogenannte „Ausverkauf“ endete im Juni 1946. Die restlichen Flugzeuge die nicht verkauft wurden (außer diese in Altus, Oklahoma) konnten an die Schrotthändler zur Verschrottung abgegeben werden. Zehntausende Flugzeuge beendeten so ihr da sein in Albuquerque, Altus, Kingman, Ontario, Walnut Ridge und Clinton.

McCarran Intern. Airport in Las Vegas, Nevada (Photo courtesy Andy Herzog)

Kingman Airport und Industriepark
Nachdem die Verschrottung beendet war kehrten 1949 für Kingman Airport ruhigere, zivilere Zeiten an. Das ganze Gelände wurde in einen zivilen Airport und in ein großzügiges Industriegebiet umgebaut. Heute werden in Kingman nur noch zivile Airliner abgestellt, eingemottet oder schlussendlich verschrottet. Während meiner beiden Besuche in Kingman in den Jahren 1993 und 1996 waren, zu meiner Enttäuschung, nur noch wenige duzende Flugzeuge vorhanden. Dies sollte sich jedoch in den kommenden Jahren wieder ändern.

Im Jahre 2008 gab es wieder mehr Flugzeuge in Kingman. So wurden in diesem Jahr rund 215 Airliner eingemottet, verkauft oder verschrottet und in seine Einzelteile wie Kupfer, Stahl, Eisen oder Aluminium zerlegt. So, wenn sie nächstes Mal eine Coca Cola Dose in ihren Händen halten, könnte diese vielleicht aus rezikliertem Aluminium einer Boeing 747 entstanden sein.

Daten des Kingman Airport
Kingman Airport deckt eine Fläche von ca. 1’700 ha ab und liegt auf 1’051 m.ü.M. Der Airport verfügt über zwei asphaltierte Start- und Landebahnen:

  • Piste 3/21        hat die Masse 2’081m x 46m
  • Piste 17/35       hat die Masse 2’050m x 23m

Interessante Webseiten:
www.kingmanairportauthority.com
www.kingmanaafhsmuseum.org

Sadly Boneyard! (Photo courtesy Andy Herzog) BAe-3101-Jetstream 32, Company unknown (Photo courtesy Andy Herzog) BAe-3101-Jetstream 31, ex Reno Air Express, ex Sierra Expressway (Photo courtesy Andy Herzog) BAe-3101-Jetstream 31, ex Reno Air Express (Photo courtesy Andy Herzog)
Boeing 727-224, N88711, ex Continental. (Photo courtesy Andy Herzog) Lockheed Tristar 1011-100, C-GIES ex. Worldways Canada  (Photo courtesy Andy Herzog) BAe 146-200, N697A ex. American (Photo courtesy Andy Herzog) BAe 146-200, N694AA ex. American (Photo courtesy Andy Herzog)
B747-200, ex Continental Airline (Photo courtesy Andy Herzog) Douglas DC-4 (C-54E Skymaster, Firefighter) ex Aero Flite in Ramona (Photo courtesy Andy Herzog) Hawaiian Douglas DC-8-62 & Worldways Canada Lockheed Tristar 1011-100 (Photo courtesy Andy Herzog) Worldways Canada Tristar 10011-100 & American BAe 146-200 (Photo courtesy Andy Herzog)
Hawaiian Douglas DC-8-62 (Photo courtesy Andy Herzog) BAe 3101 Jetstream 31  & American Eagle, Fairchild SA-227AC Metroliner III N363AE (Photo courtesy Andy Herzog) Hawaiian Douglas DC-8-62 & Continental Airlines Douglas DC-10-10 (Photo courtesy Andy Herzog) Boeing 737-200, Reg. and Airline unknown (Photo courtesy Andy Herzog)
  McCarran Internat. Airport in Las Vegas, Nevada  
   
Ex. United Airlines McDonnell Douglas DC-10-10, old livery (Photo courtesy Andy Herzog) Mc Donnell Douglas DC-10-10, ex United Airlines N1837U (Photo courtesy Andy Herzog) Fokker F-27-500 Friendship, ex Northwest Airlink  aka "Mesaba Airlines" N282MA  (Photo courtesy Andy Herzog)
 
Ex United Airlines Mc Donnell Douglas DC-10-10 (N1824U), old livery (Photo courtesy Andy Herzog) Ex United Airlines, Boeing B747-SP, (N145UA), old livery of the 90's (Photo courtesy Andy Herzog) Ex. United Airlines Mc Donnell Douglas DC-10-10-IAD, (N1825U), old livery in the 90's (Photo courtesy Andy Herzog)  
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- Last update: 22. May 2013 Written: 1. January 2011 - -
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