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  Noorduyn Aviation AT-16 Harvard IIb U-328
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Text:

Michael E. Fader

Pictures:

Michael E. Fader


 

 

North American AT-16 Harvard IIb in the Museum at Dübendorf June 1988 (Picture courtesy Michael E. Fader)

   

Flugzeugmuseen dienen dazu, historische Flugzeuge für die Nachwelt zu bewahren. Für manche Flugzeuge ist ein Museum daher die letzte Station ihres Lebens. Dies war auch das vorgesehene Schicksal der North American AT-16 Harvard IIb U-328. Von 1966 bis 2015 war sie in der Haupthalle des Luftfahrt- und Luftverteidigungsmuseums in Dübendorf ausgestellt. Das Flugzeug fand wenig Beachtung, da es sich lediglich um ein Schulungsflugzeug handelte und von der daneben stehenden North American P-51D Mustang in den Schatten gestellt wurde.

Im Jahr 2015 wurde die Maschine aus dem Museum entfernt und in das sogenannte „Bremshaus“ verlegt, da im Museum Platz für andere Maschinen benötigt wurde.

   

North American AT-16 Harvard IIb

   

Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb die Schweiz vierzig Flugzeuge des Typs AT-16 Harvard IIb aus kanadischen Beständen. Diese wurden von Fokker und Aviolanda komplett überholt und 1949 als Schulflugzeuge in Dienst gestellt, vor allem, um neuen Piloten die Instrumentenflugausbildung zu vermitteln. Zu diesem Zweck konnte der hintere Teil des Cockpits vollständig abgedeckt werden. Die Harvard erfüllte diese Aufgabe zwanzig Jahre lang, bis sie aufgrund von Ermüdungserscheinungen und einem Mangel an Ersatzteilen durch die einheimische Pilatus P-3 ersetzt wurde.

   

The machine in front of the museum (Picture courtesy Hunterverein Obersimmental)

Dübendorf  Workshop (Picture courtesy Hunterverein Obersimmental)

Arrival in Bleienbach (Picture courtesy Hunterverein Obersimmental)

First step: removing the wings(Picture courtesy Michael E. Fader)

The Team (Picture courtesy Michael E. Fader)

Diese T-6, die in Kanada unter der Seriennummer 42-12298 gebaut wurde, wurde von der Royal Canadian Air Force unter der Registrierung FE811 betrieben. T-6 oder AT-16? Die von North American in den USA gebauten Flugzeuge erhielten die Bezeichnung T-6 Texan. Die von der kanadischen Firma Noorduyn Aviation in Lizenz gebauten Maschinen wurden als AT-16 bezeichnet; da es sich um das erste in Lizenz hergestellte Flugzeug handelte, erhielt es schlicht die Bezeichnung AT-16. Der Name Harvard ist die britische Bezeichnung für die Texan.

Die FE811 wurde 1946 bei der RCAF aus dem Dienst genommen und am 3. September 1949 als U-328 für die Pilotenausbildung in die Schweizer Luftwaffe aufgenommen. Sie wurde am 12. Februar 1968 außer Dienst gestellt und, wie bereits berichtet, an das Museum in Dübendorf übergeben.

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The engine mount and the front section of the fuselage.(Picture courtesy Michael E. Fader)

The engine mount and the front section of the fuselage. (Picture courtesy Michael E. Fader)

Natascha Wirt shows the written documentation for each stage of the process. (Picture courtesy Michael E. Fader)

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Natascha Wirth (39) (Picture courtesy Michael E. Fader)

Rear section of the fuselage constructed using a semi-monocoque design. (Picture courtesy Michael E. Fader)

Rear section of the fuselage constructed using a semi-monocoque design. (Picture courtesy Michael E. Fader)

Front section of the fuselage with cockpit (Picture courtesy Michael E. Fader)

Rear section of the fuselage(Picture courtesy Michael E. Fader)

Der Hunterverein Obersimmental haucht der U-328 nun neues Leben ein und plant, das Flugzeug in den kommenden Jahren komplett zu überholen. Im Frühjahr 2024 erwarb der Verein eine Dornier Do 27 H-2 und eine Noorduyn Aviation AT-16 Harvard IIb aus dem Bestand des Luftwaffenzentrums Dübendorf. Während die Do 27 H-2 für die Ausstellung in St. Stephan vorbereitet wird, soll die AT-16 auf dem Flugplatz Bleienbach vom neu gegründeten U-328-Verein wieder flugtauglich gemacht werden.

   

U-328 HB-RHO

   

Mit diesem Restaurierungsprojekt wollen die Organisatoren die Begeisterung der Öffentlichkeit für die Militärluftfahrt wieder wecken und dieses Luftfahrterbe für alle erhalten. Das auf zehn Jahre angelegte Wiederaufbauprojekt wird vom eigens gegründeten Verein „U-328“ organisiert. Das Team, das derzeit aus zehn Mitgliedern unter der Leitung von Natascha Wirth besteht, möchte zeigen, dass es auch in der heutigen Zeit möglich ist, vor allem junge Menschen für ein anspruchsvolles und zeitaufwändiges Projekt zu begeistern. Die vielfältigen Aufgaben bieten ein überraschend breites Spektrum an Möglichkeiten, berufliches Wissen anzuwenden und zu erweitern – ein Ansatz, den auch junge Menschen inspirierend finden. Daher gehören dem Restaurierungsteam nicht nur erfahrene Fachleute an, sondern auch junge Automatisierungstechniker, Avionikingenieure und Elektroniker.

Projektleiterin Natascha Wirth erklärte weiter, dass das Flugzeug glücklicherweise bis auf wenige Teile vollständig und in recht gutem Zustand sei. Ersatzteile für das Flugzeug, das einst in großer Stückzahl gebaut wurde, seien zudem noch relativ leicht zu beschaffen. Die U-328 wurde im Frühjahr 2024 mit abmontierten Tragflächen per Sattelzug vom Museum transportiert.

Der Rumpf besteht aus einem Stahlrohrrahmen, der mit für den Flugzeugbau vorgesehenen Aluminiumblechen vernietet ist. Das Flugzeug setzt sich aus insgesamt rund 30.000 Einzelteilen zusammen. Der erste Schritt bestand darin, das Flugzeug vollständig zu zerlegen. Der Stahlrohrrahmen wurde überprüft und erforderte lediglich im Bereich der Triebwerksaufhängung Schweißreparaturen, die von einer Fachfirma durchgeführt wurden. Die elektrische Verkabelung und die Hydraulikanlage des Flugzeugs werden komplett erneuert. Als Chefmechaniker achtet Clemens Rüb akribisch darauf, dass die AT-16 so weit wie möglich in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt wird. Die Cockpit-Instrumentierung wird durch generalüberholte Rundinstrumente ersetzt. Es war keine leichte Aufgabe, Spezialisten für die Überholung zu finden, da dieses Fachwissen heute fast nicht mehr vorhanden ist.

Die Tragflächen mit einer Gesamtspannweite von 12,8 Metern sind in gutem Zustand und müssen nicht neu bespannt werden. Alle anderen Teile müssen überprüft und getestet werden. Der gesamte Vorgang muss dokumentiert werden; wie Natascha Wirth erklärte, verfügt der Verein zu diesem Zweck über ein eigenes Computerprogramm.

 

Viele Militärflugzeuge zeichnen sich durch ihre leistungsstarken Triebwerke aus, und die AT-16 Harvard IIb bildet da keine Ausnahme. Sie ist mit einem Pratt & Whitney Wasp R-1340 AN-1-Triebwerk ausgestattet. Der luftgekühlte 9-Zylinder-Einreih-Viertaktmotor hat einen Hubraum von satten 22 Litern, wiegt nur 401 Kilogramm und leistet bei 2200 U/min eine Nennleistung von 550 PS. Die Kraft wird über eine Kurbelwelle, die so dick wie ein Arm ist, direkt auf den verstellbaren 2-Blatt-Propeller übertragen, der 2,75 Meter lang ist. Motor und Propeller werden zu einem späteren Zeitpunkt von Fachbetrieben überholt und sind danach für weitere 1.000 Flugstunden einsatzbereit.

 

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Middle section of the wing(Picture courtesy Michael E. Fader)

The wing (Picture courtesy Michael E. Fader)

The new dashboard(Picture courtesy Michael E. Fader)

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The propeller, which is slightly bent. (Picture courtesy Michael E. Fader)

Small parts (Picture courtesy Michael E. Fader)

The aircraft’s landing gear (Picture courtesy Michael E. Fader)

The engine, which has not yet been overhauled (Picture courtesy Michael E. Fader)

The new dashboard (Picture courtesy Michael E. Fader)

Um die AT-16 wieder in die Luft zu bringen, sind hohe finanzielle Investitionen nötig. Auf der Website sind die voraussichtlichen Ausgaben aufgeführt. Wer das ambitionierte junge Team unterstützen möchte, findet die Angaben dazu auf der Website:

www.u-328.ch.

Sobald die Wiederinbetriebnahme abgeschlossen ist, wird die AT-16 in St. Stephan stationiert sein.

Bankverbindung IBAN: CH26 8080 8005 2451 6880 9 / Verein U-328, Raiffeisen Bank, CH-3775 Lenk


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Published:12. Juli 2026

Written: 3. May 2026

Report No:.370

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