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  USS Abraham Lincoln CVN-72
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Chakrit Samithinan

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Chakrit Samithinan



 
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(Picture courtesy Chakrit Samithinan) edited using AI

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Bericht über den Besuch des atomgetriebenen Flugzeugträgers der Nimitz-Klasse „Abraham Lincoln“ (CVN-72) in Laem Chabang und Pattaya, Thailand – 2. bis 6. September 2026

Aufgrund der jüngsten – überwiegend negativen – Berichterstattung über den atomgetriebenen US-Superträger „Abraham Lincoln“ und dessen langwierigen Einsatz im Nahen Osten nahe der Strasse von Hormus dürfte die „Lincoln“ mittlerweile der am meisten diskutierte Flugzeugträger der U.S. Navy sein. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Erstens war die „Lincoln“ eigentlich für den Einsatz im Indopazifik vorgesehen, wurde jedoch in den Nahen Osten verlegt, um den laufenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran zu unterstützen. Anstatt im Indopazifik zu patrouillieren und mit Blick auf China amerikanische Präsenz zu zeigen, war die „Lincoln“ gezwungen, aktiv am Krieg zwischen den USA und dem Iran teilzunehmen. Zweitens musste die „Lincoln“ – die ihren Heimathafen San Diego im November 2025 verlassen hatte und im Februar das Arabische Meer erreichte – von Ende Februar bis in die zweite Augusthälfte in der Naehe  der iranischen Küste verharren; dies bedeutete, dass die Besatzung, die aktiv in Kampfhandlungen eingebunden war, in dieser Zeit nirgendwo an Land gehen konnte, um sich zu erholen. Drittens deuteten Presseberichte darauf hin, dass die Moral der Besatzung an Bord der „Lincoln“ aufgrund der extrem langen Zeit auf See stark gelitten hatte; und viertens kursierten Berichte über defekte Toiletten und die Knappheit bestimmter Lebensmittel – Meldungen, die sowohl von Trump als auch von Hegseth vehement dementiert wurden. Auch der Suizidversuch eines Besatzungsmitglieds, das sich vom Schiff ins Meer stürzte, machte in den sozialen Medien die Runde. Für die Besatzung und deren Angehörige war es daher eine grosse Erleichterung, als die Aufgaben der „Lincoln“ am 19. August an die USS George Washington (CVN-73) übergeben wurden und sich die „Lincoln“ endlich auf den Weg zu einem wohlverdienten Erholungsaufenthalt in Pattaya (Thailand) machen konnte – nach der enormen operativen Belastung und den logistischen Herausforderungen während der rund 250 Tage, die das Schiff in einem aktiven Kriegsgebiet verbracht hatte.

Die „Lincoln“ traf am frühen Morgen des 2. September 2026 in Thailand ein, genauer gesagt im Hafen von Laem Chabang. Während das Schiff zu seinem Liegeplatz manövrierte, fiel Beobachtern sofort auf, dass der Rumpf an zahlreichen Stellen verrostet war und sich entlang der Wasserlinie überall Algen abgelagert hatten, was den Eindruck einer unerwarteten Vernachlässigung der Instandhaltung erweckte. Der Kommandant des Schiffes, Kapitän Dan Weeler, erklärte später, es sei normal, dass sich bei einer so langen Einsatzzeit Rost und Algen an der Aussenhaut bildeten und fügte hinzu, dass die Reinigungsarbeiten umgehend beginnen würden.

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Unterdessen erhielt die rund 5.000 Personen umfassende Besatzung die Erlaubnis, den nahegelegenen Badeort Pattaya zur Erholung zu besuchen; viele Seeleute nutzten die Gelegenheit, um eine oder zwei Nächte in einem luxuriösen Hotel zu verbringen. Pattaya ist natürlich als Ort bekannt, der unter anderem auf Sextouristen ausgerichtet ist. Es gibt dort jedoch auch zahlreiche Restaurants und Bars, in denen die Besatzung kulinarische Genüsse und vor allem eine völlig andere Umgebung erleben konnte. Für Besatzungsmitglieder, die das etwa 30 Autominuten entfernte Pattaya besuchen wollten, standen Sonderbusse bereit. Es durfte sich jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Seeleuten gleichzeitig in der Stadt aufhalten, doch während der vier Tage, die das Schiff in Thailand verbrachte, erhielt jeder die Gelegenheit zu einem Besuch.

Der Autor besuchte am Freitag, dem 4. September, den Hafen von Laem Chabang, um einen Blick auf den Flugzeugträger zu werfen. Laem Chabang ist der geschäftigste Hafen Thailands; über ihn werden drei Viertel des gesamten thailändischen Seehandels abgewickelt. An die tausend Container-Lkw fahren täglich in das Hafengelände ein und wieder hinaus. Aus diesem Grund war es eine ziemliche Herausforderung, überhaupt die Stelle zu finden, an der der Flugzeugträger angelegt hatte. Leider galten strenge Sicherheitsvorschriften, und das Fotografieren war strengstens untersagt – selbst aus einer Entfernung von 100 bis 200 Metern. Der Autor hat für solche Vorsichtsmassnahmen wenig Verständnis, da vom Flugzeugträger lediglich die Aussenhülle und einige auf dem Deck geparkte Flugzeuge zu sehen sind – und das aus beträchtlicher Entfernung. In den sozialen Medien lassen sich weitaus mehr Details entdecken, als man bei der Betrachtung aus der Ferne in Laem Chabang erkennen konnte.

Dennoch versuchte der Autor, einige Fotos zu machen, was jedoch nur durch das geöffnete Fenster eines fahrenden Autos möglich war. Sobald das Fahrzeug anhielt, erschienen Sicherheitskräfte, um es zu überprüfen und zum Verlassen des Geländes aufzufordern. Als der Autor das Auto einmal kurz verliess, um aus etwa 200 Metern Entfernung ein Foto zu machen, tauchte innerhalb von zehn Sekunden ein Sicherheitsbeamter auf einem Motorrad auf und untersagte weitere Aufnahmen. Immerhin verlangten sie nicht die Herausgabe der Kamera, um die bereits gemachten Bilder zu löschen.

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Das Fotografieren gestaltete sich schwierig, da die Sicht auf den Flugzeugträger durch geparkte Autos, Containers, Kräne und unschöne Zäune behindert wurde. Aus diesem Grund wurde einige der Bilder in diesem Bericht mithilfe der Google-KI „Gemini“ bearbeitet, um die verschiedenen störenden Elemente zu entfernen. Für den Autor war dies das erste Mal, dass er Bilder mithilfe von KI bearbeitete, und er steht den Ergebnissen mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einige der bearbeiteten Aufnahmen wirken etwas steril, da Teile der natürlichen Umgebung fehlen; dies betrifft insbesondere die aus grösserer Entfernung aufgenommenen Bilder. Bei Nahaufnahmen hingegen gibt es keine negativen Auswirkungen.

Nach dem Besuch des Hafens von Laem Chabang suchte der Autor die Stadt Pattaya auf, traf dort jedoch nur auf wenige Seeleute. Allerdings entfaltet Pattaya seine Attraktivität für die meisten Menschen erst bei Nacht. In den sozialen Medien war zu sehen, dass sich in den Abend- und Nachtstunden – wenn die Temperaturen angenehmer waren – durchaus zahlreiche Seeleute in den Strassen aufhielten oder thailändische Spezialitäten genossen. Interessant ist zudem, dass die Stadtverwaltung die thailändischen Händler angewiesen hatte, von den Besuchern keine überhöhten Preise zu verlangen – eine Empfehlung, die offenbar weitgehend befolgt wurde. Auch betrunkene Seeleute waren kaum zu sehen, und ein grosses Polizeiaufgebot sorgte dafür, dass es gesittet zu und her ging.

Die „Abraham Lincoln“ verliess Laem Chabang am 6. September 2026 um 11:00 Uhr; ihr Zielhafen ist San Diego. Aus operativen und sicherheitstechnischen Gründen wurden keine Zwischenstopps angekündigt, doch ist es wahrscheinlich, dass vor der Ankunft in San Diego noch ein weiterer Hafen angelaufen wird.

Abschliessend sei darauf hingewiesen, dass die „Abraham Lincoln“ jener Flugzeugträger ist, der – im Vergleich zu allen anderen – die längste Zeit im aktiven Einsatz (einschliesslich Kampfeinsätzen) verbracht hat, ohne dass der Besatzung eine Ruhe- oder Erholungspause gewährt wurde. Auch wenn diese Belastung für viele Besatzungsmitglieder unerwünschte Folgen hatte, vertritt der amtierende US-Präsident die Ansicht, dass die 286 Tage ohne Pause oder Hafenaufenthalt bei Weitem nicht lang genug gewesen seien. Die Besatzung der „Lincoln“ dürfte dies zweifellos anders sehen. 


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Published :16. September 2026

Written: 15. September 2026

Report No. 377

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